Ich wollte wieder ein Blog haben und es sollte völlig anders werden, als das, was ich früher gemacht habe. So wie das hier eben.
Aber ich mache es zu wenig. Viel zu wenig. Und das liegt mit daran, dass ich sechs Jahre nach dem Jahresende, an dem ich meine Blogs löschen musste zwar weiter, aber immer noch nicht nicht getroffen bin.
Ich bin nicht mehr an dem Punkt, an dem ich mich für jedes Wort, das ich schreiben würde schämen würde, weil ich Angst hätte, dass mir so etwas nochmal passiert.
Aber die Böswilligkeit und Boshaftigkeit tut immer noch weh.
Es ist nicht mehr so, dass ich gar nicht schreiben kann.
Ich habe in der Livesession einer Literaturmagazins in zehn Minuten etwas geschaffen, das zwar nicht an früher herankommt, aber auch nicht schlecht ist.
Aber ich bin noch langsam.
Es ist nicht mehr so, dass ich gar nichts mehr über mich sage.
Aber ich sage noch immer nichts mehr über die Menschen, die damals mit ihrer Zustimmung in meinem Blog vorkamen und aufgrund der Kampagne gegen mich ihre Zustimmung für alle Zeit entzogen haben. Das werde ich auch nicht mehr tun, weil entzogene Zustimmungen ernst genommen werden müssen.
Ich weiß wie mir damals drei Monate lang immer wieder eine Meute auf den Hals gehetzt wurde und wer weiß, wo all diese ehrlichen Blogeinträge über vulnerable Menschen gelandet wären und was mit ihnen gemacht worden wäre, hätte die Person, auf deren Geheiß das alles geschah es geschafft mein Blog in ihrer letzten Aktion an sich zu reißen. Eine langjährige Leserin und Kommentatorin, die auch Klarnamen und damalige Adresse kann. Der nächste Schritt, vielleicht aus Wut, dass ich ihr mein Blog nicht überließ, wäre eventuell Doxxing gewesen.
Ich hoffe, diese Person hat Hilfe gefunden. Vermutlich sind für solche Leute eher Konstrukte wie der Fake „Jule Stinkesocke“ geeignet denn echte verifizierbare Menschen.
Ich habe nie geschrieben, um andere Menschen zu unterhalten. Das wussten auch alle. Ich habe objektiv nachprüfbar dokumentiert.
Unterhaltung und das braucht man alles nicht so ernstnehmen und ist auch nicht für seine Handlungen verantwortlich gibt es bei Konstrukten wie Jule Stinkesocke, nicht gegenüber echten Menschen.
Wenn sie Klicks machen will und das war einer der mutmaßlichen Beweggründe, den auch Therapeutinnen und Beraterinnen, mit denen ich über die Folgen der letzten drei Monate 2019 gesprochen habe, aus all den Screenshots aus meinem Postfach heraus gesehen habe könnte sie darüber bloggen wie sie für ihre Handlungen und die Folgen Verantwortung übernimmt und jede involvierte Person aus ihrer Community zur Verantwortung zieht. Dazu wäre sie vermutlich zu feige.
Mir haben Therapeut*innen gesagt, sie verstehen die Screenshots so, dass da jemand für Clout und Klicks in Kauf genommen hat, dass eine andere Person (ich) endet „wie Fräulein ReadOn“.
Fräulein ReadOn ist eine 2019 verstorbene Bloggerin.
Denke ich noch oft an diese ehemalige, langjährige Leserin? Nein.
Ich habe auch kein mulmiges Gefühl mehr, wenn ich mit jemandem mit demselben Vornamen umgehen muss.
Das tut nicht mehr weh.
Ich war Teil einer Gruppenausstellung in der Stadt, in der diese Person damals gewohnt hat.
Das geht also auch, obwohl ich froh war in der Masse aller Teilnehmenden zu verschwinden und einen anderen Namen als vor 2020 verwende.
Es ist das Konzept Blog, bei dem ich nach wie vor blockiert bin.
Obwohl die Kommunikation behinderter Menschen über große Teile online abläuft und ich 2009 die ersten Schritte in die Blogosphäre machte.
Aber ich lerne. Vielleicht wird es wieder.
Zitat aus „Schwimmerbecken“ von Ulrike Anna Bleier
Sofasophia hat die „Zitatgeschichten“ erfunden. Eine Zitat aus einem Buch oder Artikel und darunter dann das, war einer*m spontan dazu einfällt.
Dies ist meins, gefärbt davon, dass ich kürzlich mit jemandem darüber sprach, wie es sich anfühlt oder angefühlt hat zum ersten Mal an einen Ort zu kommen, an dem nur Gebärdensprachen genutzt werden:
Es gibt Dinge, die zum Abgewöhnen sind. Eines davon ist das vorsichtige Gehen, ohne Schuhe, bloß auf Socken, damit man mich bloß nicht hört, mir keiner sagt, dass ich trampele. All so was erzählen sie dir plötzlich.
An dem Ort, an den ich gehe zählt das nicht. Alle sind laut, weil sich niemand hört. Und ist das so oder bin ich nur am Anfang?
Anfang, ist eine Handbewegung, aber nicht aus dem Handgelenk geschüttelt. So einfach ist das nicht, aber ein Wort, dass zu meinem neuen Ort gehört kann ich nun schon.
Es heißt, es gäbe einen Tisch nur für uns allein. Weil wir das wollen würden. Ich kenne nur, dass wir das sollen würden.
Das soll jemand verstehen.
Ich erinnere mich, dass diese Tasche einmal schwerer war. Drin war ein altes blaues Buch, riesig und schwer. Schwarz-weiße Fotos, die erzählen wie man zu reden hat.
Jetzt gibt ein Universum auf meinem Bildschirm. Videos und Wörter. V und W. Für das eine braucht man mehr Finger.
Wer die Hände voll hat, dem kann man den Mund nicht verbieten. Aber wer den Mund voll hat, hat die Hände frei.
Mein roter Schuh hat eine klingende Sohle. Es gibt Dinge die zum Abgewöhnen sind und eines davon ist das leise Gehen.
Nächste Seite